Sonntag, 10. Juni 2012

Rechtfertigungen

Auch wenn es eine erfolgversprechende Strategie ist, ich versuche nicht emotional zu diskutieren. Hitler, Kinder und Welpen dienen vielleicht als passable Totschlagargumente, wenn man jemanden in eine Ecke drängen möchte, eine richtige Diskussion können sie aber nicht ersetzen.

Zu den oben genannten Beispielen hat sich seit einiger Zeit ein Wort gesellt, das eigentlich aus dem eher rechten Spektrum stammt, mittlerweile aber inflationär in Kommentarspalten zu finden ist: Der Gutmensch.
Gutmenschen sind, so die scheinbare Definition, Naivchen, die moralinsauer durch die Welt laufen, anderen ihre kleinen Alltagsfreuden madig machen oder einfach nur wegen allem und jedem den Zeigefinger heben, um sich abfällig kritisch zu äußern.

Umso erstaunlicher die Gegenstrategie: Kaum scheint man einen solchen Gutmenschen vor sich zu haben, wird alles an gefühltem Halbwissen ausgepackt, was man so auffahren kann: Kinderarbeit, brasilianische Urwälder, Pandabären. Besonders beliebt ist die Kombination mit einer Phrase wie "haben wir keine wichtigeren Probleme". Denn anstatt die Naivität des anderem aufzuzeigen ergeht man sich in entschuldigenden Gemeinplätzen, die selbst ein gewisses Maß an Uninformiertheit vermuten lassen.

Ein aktuelles Beispiel ist die Reaktion vieler auf die Proteste gegen die Streunertötungen in der Ukraine.
Alleine heute habe ich Kommentare von "das ist nichts gegen die WM 78 in Argentinien und die wurde schließlich auch nicht boykottiert, weswegen sollte ich mir also ein schlechtes Gewissen machen lassen" bis "ich werde meinem Sohn nicht verbieten Fußball zu sehen, der ist vier und das ist sein größter Spaß und wer Schokolade kauft, sollte sowieso ruhig sein, denn da ist, egal wo sie herkommt, immer Kinderarbeit im Spiel" gelesen. Zusätzlich sind es wie immer die "aggressiven Tierschützer" die einem jeden Spaß verderben wollen, dabei könne man sich nichts vorwerfen lassen, man greife schließlich immer zu den Freilandeiern und auch meistens zu der Biomilch, Fleisch kaufe man ja sowieso nur beim Metzger des Vertrauens, der jedes einzelne der natürlich vorbildlich gehaltenen Tiere persönlich kennt. Dass die Diskussion allerdings dadurch entstanden ist, dass man selbst das Foto oder Banner eines solchen Tierschützers (die oftmals, zumindest in meinem Freundeskreis eher Hunde- und Katzenschützer sind) kommentiert hat und sich dabei auch nicht an alle zur Wahl stehenden Anstandsregeln gehalten hat, das fällt gerne unter den Tisch. Man ist ja immer hervorragend darin das Fehlverhalten von anderen zu beschreiben, eigene Überreaktionen sind dagegen "menschlich".

Aber nicht nur da:
In unserer Universität gibt es seit kurzem fair gehandelten Kaffee, Tee und Co. Ich kaufe aus Prinzip nur fairen Kaffee, finde mich aber, obwohl ich das kommentarlos tue, oft in der Position mich für dieses Prinzip verteidigen zu müssen.
Es ist immer schwer sich selbst einzuschätzen. Ich glaube das geht jedem so und Menschen, die vermitteln, dass sie ganz genau wüssten, wie sie auf andere wirken, beäuge ich erstmal misstrauisch, trotzdem behaupte ich hier einfach, dass ich mein Möglichstes versuche nicht unangenehm aufzufallen. Vor allem wenn es um Konsumfragen, fairen Handel, Tierrechte und Co. geht, in solchen Fragen versuche ich kompetenter Ansprechpartner zu sein, nicht anklagende Werbetafel. Ob mir das immer und 100%ig gelingt sei nun dahingestellt (hier möchte ich gerne den oben bereits erwähnten "menschlich"-Joker ziehen), aber ich arbeite an mir und daran mein Gegenüber nicht anzugreifen. Es gibt ein paar wenige Themen zu denen ich tatsächlich deutlich werde, unter anderem Pelz (bei dem ich meine Missbilligung einfach nicht zurückhalten kann), gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (irrelevant ob Rassismus, Antiveganismus oder Homophobie,...), aber noch ein paar mehr.
Nun stehe ich als jemand der versucht bewusst zu konsumieren häufig in der Pflicht mich verteidigen zu müssen, ich werde von meinem Gesprächspartner abgeklopft, damit man doch ein Stückchen Inkonsistenz in meinem Weltbild findet (das im Übrigen selbstverständlich vorhanden ist, auch hier: "menschlich"), damit Inkonsequenz aufgedeckt werden kann ("defensive omnivore bingo extended") und so weiter.
Ich würde gerne glauben, dass ich einfach nur dünnhäutig bin, wenn es um derartige Themen geht. Dass ich Smalltalk überinterpretiere, einen Angriff in ein Verhalten hineinlese, der keiner sein sollte und mit ein bisschen mehr Gelassenheit an solche Situationen herangehen könnte.

Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre, wusste schon Freud. Aber je länger ich dieses Phänomen beobachte, desto deutlicher wird mir, dass ich entweder eine viel zu subjektive Perspektive einnehme oder (und das ist mittlerweile ziemlich wahrscheinlich) dass in diesen Gesprächen mehr als nur ein Hauch von Belustigung und Aggressivität mitschwingt.

Mir kommt es komisch vor, dass ich, die ich mich in der Rolle derjenigen befinde, die etwas was sie für nicht tragbar hält nicht tut, auf einmal auf der Anklagebank sitze. Ich finde es nicht richtig, trotzdem lasse ich mich in diese Rolle drängen, in der ich auf einmal diejenige bin, die sich für ihr Verhalten rechtfertigt, nur um nicht anklagend oder missionarisch zu wirken. Ich halte mich deswegen nicht für besser, im Gegenteil: Ich schaffe es oft nicht einmal meine eigenen Mindeststandards zu erfüllen, in welcher Position wäre ich also, jemand anderen anzuklagen?
Ich entscheide mich, bestimmte Dinge nicht zu unterstützen, weil ich sie nicht vertreten kann. Weswegen fühle ich mich also genötigt die Rolle derjenigen einzunehmen, die sich dafür zu entschuldigen hat? Ich versuche minimalinvasiv zu leben, soweit das möglich ist, es klappt bei weitem nicht durchgängig (das entschuldigende aber spare ich mir lieber). Auf der anderen Seite entscheide ich ebenfalls, dass ich bestimmte Dinge unterstütze, weil ich sie gutheiße.
Weswegen muss man sich dadurch angegriffen fühlen?

Als ich das erste Mal in meinem Leben auf Menschen getroffen bin, die anders lebten als ich, gefühlt "richtiger", fand ich das interessant, ich wollte ihre Beweggründe kennenlernen, weil es mich interessiert wie Menschen entscheiden, wofür sie sich entscheiden und wo ihre Prioritäten liegen. Vielleicht/bestimmt habe ich auch dumme Sachen gesagt. Irgendwelche Floskeln von wegen "ich finde das unglaublich spannend und richtig, aber ich könnte das nicht." Sollte das jemand lesen, dem ich damit auf die Füße getreten bin, so bitte ich aufrichtig um Entschuldigung.

Woher kommt das alles?
Ich würde es zum Teil auf die Prinzipien zum höflichen Umgang schieben, die man erlernt hat. Konsum gilt als höchstpersönliche Entscheidung und ist bis auf wenige Ausnahmen kaum angreifbar.
Wir wollen uns zwar über fürchterliche Arbeitsbedingungen in Bangladesh beschweren, ich kenne niemanden, der die Haltungsbedingungen der meisten Tiere nicht grausig und ihren Tod unwürdig findet ("ich bin ja nicht generell gegen das Essen von Tieren, aber ich finde man sollte sie gut behandeln und ihnen einen würdevollen Tod ermöglichen" ein Standardsatz), trotzdem ist das etwas, was beim Essen oder bei REWE vor der Kühltheke nicht thematisiert werden darf. Wir wollen unseren Spaß und den, egal was daran hängt, möglichst ungestört genießen dürfen. Das haben wir so gelernt.
Uns ist klar, dass Schuhe für 20€ nicht sein können, außer wenn in manchen Produktionsschritten massiv eingespart wird, trotzdem wollen wir, wenn wir sie unseren Freunden vorführen ein "wow" und kein "da gabs doch neulich eine Doku, da wurden die gleichen von 10jährigen hergestellt" hören. Kaum jemand würde für 4 Hühner den Preis von 2€ ansetzen, ihre Beine sind aber tiefgefrostet zu diesem Preis zu bekommen. Wer würde Indios vertreiben, Urwälder roden oder Orang-Utans abschießen? Kekse mit Palmöl essen wir trotzdem.
Das liegt auch daran, dass die Welt so undurchsichtig geworden ist. Ein Keks ist ein Keks und kein Baum und erst recht kein gerodetes Stück Urwald, ein Hühnchenschlegel hat mit dem Huhn keine Gemeinsamkeit mehr mit dem Soja aus Brasilien aber erst recht nicht, ein Schuh ist wahlweise schön oder hässlich, was denjenigen angeht, der ihn in Bangladesh zusammengeklebt hat: Uninteressant, weil anonym.

Und: Wir sind überfordert.
Ich befasse mich mit diesen Themen seit meiner Kindheit. Trotzdem entdecke ich durchgängig neue Baustellen. Oft denke ich mir: Jetzt auch noch das? Was bleibt mir denn nun noch?
Inkonsequenz ist dabei vorprogrammiert. Irgendwann steht man vor seiner ersten Entscheidung, ob es nun vegan, palmölfrei oder fair gehandelt sein soll, nicht für alles gibt es eine zufriedenstellende Lösung. Manchmal hat man gar nicht die Zeit, um sich neue Kleidung in einem fairen Geschäft zu bestellen, weil man etwas sofort braucht und, seien wir ehrlich, oft fehlt auch das nötige Kleingeld um alles richtig zu machen.
Ausflüchte? Ja. Aber berechtigte, zumindest teilweise. Und wieder: menschlich.

Aber: Haben wir denn keine wichtigeren Probleme?

"Wir"?
Nun: Natürlich kann man argumentativ immer Kinder anführen, die auf Schokoplantagen schuften müssen. Aber relativiert das in irgendeiner Weise das Leid einer 25-jährigen Näherin in Bangladesh? Weswegen sollte das Unrecht an dem einen Ende der Welt das am anderen Ende notwendig und unterstützenswert machen oder geeignet sein es irgendwie zu relativieren?
Würde ich mich in ein Auto setzen und mit dem Verweis auf die toten afrikanischen Kinder, die verhungern oder verdursten dem nächsten Kind das auf der Straße entlangläuft einfach mal nicht ausweichen, würde das keiner vertretbar finden. Handelt es sich aber um anonyme Kinder auf anderen Kontinenten, dann kann ich das als "aufgeklärte Person" selbstverständlich schade und verurteilenswert finden, dass sie unter fürchterlichen Bedingungen schuften müssen, meinen Kaffee lasse ich mir aber doch nicht nehmen, da ich ja nicht auf alles achten kann. Hunde in der Ukraine? Ist ja alles schon schlimm, aber da kann ich ja nichts dafür. Eurovision Song Contest? War auch nicht schön, dass dort Oppositionelle verfolgt wurden und für die Protzarena Familien zwangsumgesiedelt werden mussten, aber der ESC macht doch so großen Spaß und außerdem hat die deutsche Punktevergabe ja dann alles gerettet.
Und es schmeckt halt auch so gut.

Wir wollen die Welt retten, indem wir beim Zähne putzen das Wasser abdrehen. Das spart außerdem Geld.
Und wir retten sie, indem wir beim Discounter dann eben mal zur Bioflugmango greifen. Ist ja immerhin bio.
Wir wollen uns eben mal zurücklehnen dürfen, die Seele baumeln lassen, nicht an das Unrecht in der Welt denken: Menschlich.

Menschlich?

Ist es nicht auch menschlich Mitleid zu haben? Sich für andere einzusetzen, sich stark zu machen, aufzustehen und die Ungerechtigkeit in die Welt hinauszuschreien?
Sind es nicht diejenigen, die wir als Helden feiern, die genau das getan haben? Waren die etwa alle Gutmenschen? Ghandi, Schweitzer, Suttner? Ich bin mir sicher, dass man den Vorwurf heute auch gegen sie erheben würde.
Gutmensch ist ein Wort, das unfassbar hohe Schmähkritik in sich trägt. Es ist derart negativ belegt, eine Mischung aus Verachtung, belächeln und Arroganz schwingt in ihm mit.
Nun ist es also soweit. Wir haben es geschafft, diejenigen zu diskreditieren, die sich richtig verhalten wollen. Empathie und Mitgefühl gelten als peinliche Charaktereigenschaften, etwas worüber man sich ungestraft lustig machen darf. Hagen Rether fand für dieses Phänomen treffende Worte:  "Wir leben in einem Land, wo Frauenversteher und Gutmensch und Pazifist Schimpfworte sind. Haben wir echt gut hingekriegt.“

Findet man es wirklich falscher auf etwas zu verzichten, sich wenigstens in einem Teil einzuschränken, anstatt trotz besserem Wissen alles mitzunehmen, was eigentlich gefühlt nicht ganz in Ordnung ist?
Weswegen wird immer nur nach der Politik gerufen? Die Politik soll dies und jenes für unzulässig erklären, man selbst möchte aber nichts ändern müssen und teurer soll es bitte auch nicht werden. Weswegen ist es so fürchterlich, wenn verschiedene Menschen verschiedene Schwerpunkte setzen? Und wieso fange ich an jemanden für seine Inkonsequenz zu kritisieren, wenn ich selbst keinen Deut besser handle? Sind das alles wirklich lediglich Abwehrreaktionen, so wie die neuerdings diskutierte Psychologie des Karnismus?

Mitleid, Verständnis, das sind alles negativ besetzte Tugenden, sie werden mit Naivität gleichgesetzt. Mit Uninformiertheit. Selbst wenn sie durch Fakten belegt werden, sind sie am Ende: Kindlich, weiblich, unreflektiert, als wäre der Einsatz für andere nur etwas wert, wenn er auf politischen Pamphleten beruht und zur Durchsetzung einer neuen Gesellschaftsordnung dienen soll. Alle anderen bedenken werden "wegrationalisiert": "das kann ich meinen Kindern nicht vermitteln, die sind noch so klein", "das ist schon schlimm, aber ich kann dagegen ja nichts ausrichten", "das ist zu extrem",... die Reihe lässt sich endlos fortsetzen.
Stattdessen treten an die Stelle der eigenen Überlegungen häufig floskelartig wiederholte Pauschalurteile, die man vor allem an einem erkennt: der Verbindung mit den immer gleichen negativen Adjektiven: Veganer sind "militant", Tierschützer "menschenfeindlich" und "aggressiv", Umweltschutzverbände "esoterisch" oder "korrupt" und Menschenrechtsorganisationen sind zwar nett aber dann doch irgendwie "Spendensammler, bei denen man nicht weiß wo das Geld hinkommt".

Macht euch über mich lustig, aber ich mache bei der "leider geil"-Mentalität nicht mit. Ich habe nie behauptet perfekt zu sein, ich habe den Anspruch an mich auch noch nie gehabt.
Es steht jedem frei die Inkosequenz meines Verhaltens zu diskutieren, gerne auch mit mir, aber klagt mich nicht dafür an, dass ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten zu tun was ich für richtig halte und das zu vermeiden was ich nicht vertreten kann. Macht es besser, lasst mich von euch lernen. Setzt eigene Schwerpunkte. 

Ich bin gerne ein Gutmensch, auch wenn ich die Naivität nicht immer nur an mir und meinem Lebensstil festmachen würde.






Kommentare:

  1. WOW :-)

    Wo ist verd.... noch mal die Daumen-hoch-und-Respekt-Taste???

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  2. Vielen, vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel!

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  3. Wow. Dieser Artikel is genial. Bei Bedarf werde ich ihm sicher mal hernehmen, wenn ich keine Lust habe, blöd zu diskutieren, denn er äußert alles, was ich genauso auch schon erlebt habe und zu diesem Thema denke. Nur leider kann ich das nie so treffend formulieren, wenn ich denn mal in einer "Anklage"-Situation bin.
    Was sagst du denn so, wenn jemand dich "anklagt"? Mir fällt da immmer nichts ein, was nicht gleich eingeschnappt und "moralinsauer" klingt (aber richtig wäre, z. B. "Schade, dass du dein eigenes Verhalten als nicht einflussreich ansiehst" o.ä.) ???

    Cool finde ich auch, dass du das "Leider geil-Metalität" nennst. Ich finde dieses Lied eigentlich genial, da es genau die Einstellung vieler Menschen ausdrückt und - wenn man es kritisch interpretiert - vielleicht auch kritisiert.
    Leider lesen die meisten Menschen, die ich kenne, die Lyrics dieses Songs als Bestätigung für ihr Verhalten... :(

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    1. Danke dir für deinen Kommentar :)

      Um ehrlich zu sein hängt das bei mir sehr von der Situation und dem eben diskutierten Thema ab. Ich versuche meistens deutlich zu machen, dass das meine Entscheidung ist und dass ich meine, dass meine Entscheidung relevanten Einfluss haben kann. Auf Aussagen wie "du allein änderst aber nichts" antworte ich meistens mit "ich möchte aber auch nicht mitmachen und damit an etwas teilhaben was ich nicht richtig finde".
      Bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Gegenüber es meistens besser aufnimmt, wenn man es als persönliche Entscheidung und nicht als generelle Aussage präsentiert, das wirkt weniger offensiv, hilft aber auch nicht immer.

      Ich glaube mittlerweile ja fast, dass ICH die Lyrics des Songs missinterpretiere. ;)
      Ein ganzer Haufen Menschen in meinem Umfeld sieht das Lied nämlich tatsächlich als Beschreibung und Bestätigung des eigenen Lebensstils an.

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    2. Okay, das klingt einleuchtend... Ich betone jedenfalls auch immer, dass das halt für MICH gilt. Die anderen sollen dann denken und handeln, wie sie wollen (ergo: nichts ändern). ;)

      Ja, vielleicht... Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Deichkind so dumm sind, dass das wirklich ihre Meinung wäre. Eher glaube ich, sie wollen das beschreiben, was wir alle (auch ich) kennen, nämlich: "Leider macht vieles was schlecht ist, eben auch Spaß". Was man dann damit anfängt, unterscheidet sich natürlich. Menschen, die halt auch mal ein bisschen was hinterfragen, wie wir, lesen das dann eben anders als andere...

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    3. In einer höflichen und respektvollen Atmosphäre, ohne jemanden anzuklagen kann man seinen eigenen Standpunkt viel besser deutlich machen, als mit Beleidigungen und Beschimpfungen.
      Und man muss auch ab und an an sich selbst zurückdenken und sich überlegen, wie man sich selbst entwickelt hat. Niemand will sich sagen lassen, dass er ein Kinderfeind, Klimakiller oder Tierquäler ist oder dafür bis zu einem gewissen Grad Verantwortung trägt, auch wenn es wahr ist. Das provoziert nur Abwehrreaktionen, die im persönlichen Gespräch jede Zugangsmöglichkeit zum Gegenüber blockieren und wenn es hart auf hart kommt auch mal zum Ende von Freundschaften führen können.

      Deichkind, nö, ich glaub auch nicht dass die dumm sind. Ich bin nur mit meiner/unserer Interpretation so deutlich in der Minderheit, dass ich schon daran gezweifelt habe, ob es ÜBERHAUPT jemanden gibt, der das so oder so ähnlich sieht wie ich.

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  4. Ein wirklich großartiger Blogbeitrag! Der könnte/sollte auch mal in einer oder allen großen deutschen Zeitungen gedruckt zu werden. Kein Witz, dieses Thema begegnet uns ja mindestens 3x am Tag.

    Ich habe mich an vielen Stellen wiedergefunden. Da macht man sich Gedanken über sich und seine Umwelt und muss sich dafür auch noch vor anderen rechtfertigen, unglaublich. Ich verstehe es auch oft nicht. Und wenn eine Baustelle fertig ist, entstehen sofort 3 neue ...

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    1. danke dir :)

      ich glaube wir machen da tatsächlich alle ähnliche Erfahrungen, leider...

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  5. toller beitrag! an das hagen-rether-zitat habe ich auch gleich gedachte, als du über das gutmenschentum geschrieben hast.

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    1. :)

      Hagen Rether hats einfach drauf und er hat was das (aber auch anderes) angeht einfach viel wichtiges und richtiges geschrieben

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    2. Ich habe Hagen Rether bisher nur ein paar mal bei der Anstalt oder Youtube gesehen. Ich befürchte der macht die meisten Leute depressiv :) Aber wo er recht hat, hat er recht, die Realität ist grausam ....

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    3. Ich hab ihn tatsächlich mal live gesehen, die Reaktionen sind teilweise bestürzt, teils auch begeisternd zustimmend, aber er ist eben kein Mario Barth, das Lachen bleibt einem oft im Hals stecken und es nagt noch lag an einem, was er so zu sagen hat.

      Trotzdem: uneingeschränlte Empfehlung, ich würd immer wieder hingehen.

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    4. Ganz schlimm finde ich, wenn die Leute begeistert lachen, obwohl sie sich eigentlich in Grund und Boden schämen müssten - wie hier in meinem Lieblings-H.-R.-Video:

      http://world-of-pd.blogspot.de/2011/11/hagen-rether.html

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  6. Sehr toller Text, finde mich auch komplett wieder. Die Kommentare kann ich nur bestätigen, vor allem was Deichkind und Hagen Rether angeht. Danke :)

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  7. Danke, für diesen tollen Text!
    Den leite ich morgen mal an meinen Papa weiter (der übrigens Veganer ist)

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    1. Ein veganes Familienmitglied! Ich muss ja gestehen, dass mich das ein kleines bisschen neidisch macht :)

      Danke dir für deinen lieben Kommentar :)

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  8. Ich hatte neulich seit langem mal wieder eine Diskussion mit einem guten Bekannten/Kommilitonen. Ich quatschte gerade mit einer anderen Bekannten zwischen zwei Lehrveranstaltungen und er bekam unser Gespräch, sprich den Satz meinerseits "Vegan ist nochmal ein bisschen schwerer umzusetzen als Vegetarisch!" mit. Mal davon abgesehen, ob hier jetzt jemand meint, die Aussage meinerseits stimme nicht (^^), mischte er sich ein. "Wasss??? Du lebst vegan?? Das kann ich ja gar nicht nachvollziehen! Das ist doch gegen unsere Natur...weniger Fleisch...okay...gutes vom Bauern..aber gar nichts? Unser Gehirn hätte sich gar nicht soweit entwickelt...ist doch Mangelernährung etc." (das ganze Veggie Bingo durch! ^^). Dabei guckte er mich so an, als sei ich in seinen Augen auf einmal 50 IQ Punkte dümmer, was mich besonders schockiert hat, da er akademisch ziemlich was drauf hat und auch menschlich voll i.O. ist.
    Ein Glück war meine Bekannte da, die selbt zumindest Vegetarierin ist und erklärte ihm ganz ruhig, dass die meisten Veggie Vorurteile nicht stimmen. Aber wieder mal so eine Situation, in der ich gar keine Diskussion lostreten wollte, es aber sofort mindestens einen Mischköstler gibt, der sofort loslegt ;-)

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    1. Klingt nach einem besonders reizenden Exemplar ;)

      Ich wunder mich auch, weswegen manche Leute meinen es wäre "voll okay" in derartigen Gesprächen: "vegetarisch kann ich ja noch irgendwie nachvollziehen, aber vegaahaaan?!?" zu sagen. Andersrum (also"vegetarisch kann ich ja irgendwo noch nachvollziehen aber Fleiheiiisch") wäre es nicht tragbar und würde einen als Diskussionspartner disqualifizieren.

      Ich bin in meinem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis auch immer wieder entsetzt, wie wenig selbst ansonsten reflektierte Menschen bei diesem Thema die "das ist meins und geht nur mich was an und alle anderen Meinungen sind falsch"-Karte spielen. Und ich bin mir wirklich sicher, dass ich nicht diejenige bin, die den Graben aushebt.

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    2. Vor allem bleibe ich dann meist ruhig, weil wirklich ALLES, was man DANN sagt sofort als "Moralkeule" oder "Missionierung" empfunden wird. Das ist wie Tanzen in nem Mienenfeld.

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    3. es ist ja auch egal, was du dann sagst, zumindest in den meisten Fällen, es wird fast immer als Angriff wahrgenommen.

      Ein "ich mache das nicht, weil ich das nicht vertreten kann" impliziert ja auch immer ein "ich finde das nicht richtig". Insofern kann ich die Reaktion auch irgendwo verstehen, kein Mensch will, dass jemand an seinem positiven Selbstbild kratzt, aber es hilft halt nicht, ich kann die Leute ja auch nicht anlügen, wenn sie fragen und ich würde grob schätzen, dass in 95% der Fälle nicht ich die Person bin, die das Thema anbringt.

      "Tanzen im Minenfeld" triffts da wirklich gut!

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  9. Danke für diesen tollen, klugen und so wahren Artikel!

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    1. Danke dir für dein Feedback, ich freu mich immer über so nette Kommentare :)

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  10. Puh, so viele Kommentare, ich werde sie mir nicht alle durchlesen und trotzdem meinen Senf dazugeben, auch wenn vieles sicher oben schon hundertmal gesagt wurde.
    Als erstes: toller Artikel, erinnert mich in Ton und Sprache wirklich an Hagen Rether, was du sehr gerne als großes Kompliment verstehen darfst! :)
    Dass Menschen grundsätzlich nicht moralisiert werden wollen, ist sicher in den Kommentaren bisher zur Genüge diskutiert worden, du schreibst ja oben auch, dass Moral dem Spaß und, wie ich finde, den antrainierten Gewohnheiten, nicht im Weg stehen soll, denn man hat ja auch beim nächsten Einkauf noch genug Zeit sich mit Fleisch aus Massentierhaltung zu beschäftigen, man hat gerade den Kopf voll mit anderen Dingen, die Familie isst doch aber shcon immer so, etc.
    Ich fühle mich in solchen Situationen zunehmend hilfloser und auf verlorenem ideellen Posten. Mich beschämt es zunehmend, dass ich nicht freier und selbstbewusster für einen nachhaltigeren Lebensstil eintreten kann, dass ich so wenig als Moralkeule wahrgenommen werden will, dass ich Ideale, die eben genau das für mich sind, nämlich erstrebenswerte beste Zustände, auch gleich in die Tonne treten könnte. Ich habe anfangs gedacht, dass ich durch genussvolles Vorleben einer möglichst umweltschonenden Lebensweise eine Menge Leute zum Nachdenken bewegen könnte, aber oft scheint es mir, als erreiche ich genau das Gegenteil davon. Viele Leute in meinem Umfeld fühlen sich permanent bedrängt von mir, die fairen Kaffee und fairen Zucker kauft, die ganz bewusst auf Plastiktüten im Supermarkt verzichtet, die kein Fleisch und keine tierischen Produkte isst, die Naturkosmetik benutzt und über Palmöl redet. Manchmal bekomme ich gesagt, dass ich meinen Mitmenschen, die eben omnivor leben, das Gefühl gäbe sie würden nix richtig machen. Und ja, ich denke wirklich, dass viele meiner Mitmenschen, auch solche, mit denen ich langjährige Freundschaften hege, nicht viel richtig machen, zumindest nicht im Bezug auf unseren Planeten. Wie soll ich mich sonst fühlen, wenn ich aus Naturschutzgründen vegan lebe, weil ich mich informiert habe, weil ich davon überzeugt bin, dass es richtig ist und dass es nicht anders geht in der Zukunft? Wie soll ich mich fühlen, wenn ich Freunden von der Ökobilanz eines "gewöhnlichen" Lebensstils erzähle und dann doch nur höre, dass sie Fleisch vom Bauern oder vom Metzger kaufen und dass sie ohne Milch nicht sein wollen/können und dass Plastik ja sowieso unvermeidbar sei? Ich merke, wie mich das zunehmend enttäuscht und ich mich auch manchmal entfremde, v.a. weil es oft nur die reine Bequemlichkeit ist, die Menschen an der Veränderung ihrer Lebensstile hindert. Wenn mir jemand sagt, dass vegan backen so viel schwieriger ist als das "normale" Backen, muss ich mich kaputtlachen, denn auch da gibts Kochbücher. Ich finde es naiv zu glauben, dass man einfach so weitermachen kann wie immer, ohne einen Gedanken an die Umwelt an- oder fertigzudenken. DAS ist Naivität für mich. Ich will den Planeten so gut es geht schützen, ich bin aktiv geworden durch meine Konsumentscheidungen und das ist mehr als viele "Normalkonsumenten" von sich behaupten können.
    Trotzdem kann ich nicht zu meinem Lebensstil derart stehen, dass ich anderen die Augen öffne - aus Schiss, als Prediger wahrgenommen zu werden. Dem Planeten hilft diese Zurückhaltung allerdings am allerwenigsten und das belastet.

    Puh, ja, eine Antwort auf dieses Dilemma hab ich leider noch nicht gefunden, ich habe mich nur nach dem Lesen des Artikels ein wenig nach Dampf-Ablassen gefühlt....

    Im Übrigen bin ich der festen Überzeugung, dass sich jedes Schimpfwort auch in sein Gegenteil verkehren lässt, also dass Gutmensch auch gut und gerne zu einem positiv konnotierten Begriff werden kann - wenn nur genug Leute, mich eingeschlossen, die Ideale freier ausleben und zu ihnen stehen.

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    1. Liebe Julia,

      danke dir für deinen ausführlichen Kommentar und deine lieben Worte. Ich würde ihn ja direkt unterschreiben (also zumindest den zweiten Teil ;) ).
      (Die meisten Kommentare sind übrigens von mir, die musst du eh nicht lesen ;) )

      Momentan bin ich in einer kleinen Resignationsphase, das merkt man sicher auch an dem Text. Es ist ermüdend und schwer immer nur Außenseiter zu sein. Es ist noch ermüdender und schwerer das nichtmal ansatzweise aus Egoismus zu tun und dennoch als derjenige gebrandmarkt zu werden, der in den Augen anderer kurios ist.

      Kein Mensch ist für Kinderarbeit, keiner für den Klimawandel (selbst wenn man nicht dran glaubt) und gequälte Tiere sind selbst den meisten Machos nicht ganz egal. Trotzdem bin ich das Kuriosum.

      Es ist ermüdend. Ich trete nicht für meine Rechte ein und ich weiß einfach nicht, weswegen ich mich wegen etwas streiten muss was keiner gut findet, aber trotzdem kaum jemand macht.

      Und es ist egal wie man sich verhält, man kann nur verlieren. Ich will mich aber auch nicht isolieren. Klar, ich habe ein paar Freunde auf "meine Seite" gezogen, aber trotzdem ist und bleibt es ein Kampf gegen Windmühlen.

      Ich laufe ständig mit einem Bewusstsein herum was fürchterliches in der Welt geschieht, ich lese Studien und Berichte, schaue Filmdokumente und Reportagen, ich bin mittlerweile soweit dass mich wirklich kaum mehr etwas schocken kann, der Preis dafür ist hoch, vor allem in einer Stadt wie dieser in der die lebenswichtigste Frage zu sein scheint, ob Pastelltöne diesen Sommer mit khaki kombinierbar sind.

      Weitermachen? Ja! Aber ich glaube ich brauche endlich messbare Erfolge. Ich will etwas erreichen und etwas bewegen können und nicht mehr für mich alleine herumwurschteln.

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    2. Ja, es ist und wird auch noch lange ein Kampf gegen Windmühlen bleiben, "Donna Quichotta" *g* ...

      Aber Du wurschtelst doch nicht für Dich alleine herum!!! Und, ohne arrogant (oder speziesistisch ;-)) wirken zu wollen: Die "paar" Vreunde auf Deiner Seite, von denen Du sprichst, sind mehr wert als Hunderte und Tausende auf der anderen Seite :-)))

      Windmühlen? Zum Angriff! (Aus: Asterix in Spanien) :-) <3

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    3. https://vebu.de/tiere-a-ethik/soziologie-und-psychologie/1292-warum-fleischesser-vegetarier-anfeinden?utm_source=newsletter12-06-10&utm_medium=email&utm_campaign=fleischesserpsychologie

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    4. *g*
      ja, du hast ja Recht, aber manchmal hat man einfach so ein Tief, in dem man sich so unbedeutend fühlt, so klein und alles was auf der anderen Seite der Waagschale liegt wiegt so schwer und dazwischen steht soviel Ignoranz die es abzubauen gilt.

      Danke dir, lieber PD für deine aufbauenden Worte, morgen sieht die Welt bestimmt schon wieder viel erfreulicher aus (vor allem wenn der Dauerregen endlich vorbei ist, der schlägt nämlich schwer auf meine Stimmung mit der Zeit...). Ich bin nicht der Typ der gefrustet aufgibt, aber manchmal muss auch ich ein bisschen resignativ rumheulen. ;)

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  11. Tja, jetzt hat 's mich (bzw. man hat mich) auch erwischt: Blöderweise habe ich bei mir im Laden ein paar höherpreisige Essstäbchen mit versilberten Griffen - aus Tropenholz - liegen. Meine letzte Ex und ihr Geschäftspartner haben das gesehen und werfen mir nun (süffisant) vor, ich würde einerseits (sie meinen damit wohl world of PD, ich diskutiere eigentlich nicht mit ihnen) immer so auf die Tonne hauen, andererseits aber (über die angebotenen Essstäbchen) die Zerstörung von Urwäldern und damit der Tierwelt unterstützen. Ich habe mich tatsächlich verteidigt (gebraucht/schon passiert, Geldbedarf, Prioritätensetzung), aber letztlich ein schlechtes Gefühl zurückbehalten - und werde die Stäbchen wieder aus dem Ladenangebot nehmen ... Sch.... (In-)Konsequenz!

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    1. Was ich vergessen habe zu erzählen und mich sehr getroffen hat, weil ich Heuchler grundsätzlich (im neutestamentlich umgangssprachlichen und auch allgemeinen Sinne) als verachtenswert ansehe: Der o. a. Geschäftspartner hat mich als "Pharisäer" tituliert ... Ich überlege ernsthaft, ob ich mich revanchieren soll ...

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    2. Achja, ja, so ist das eben. Ich hab ja auch keine Lösung dafür sondern beschreibe ein Phänomen, das anscheinend recht geläufig ist. Ich glaube, dass man sich darüber klar werden muss, dass auch das eigene positive Selbstbild nicht stimmt, dass man aber AFAP lebt, jeder eben im Rahmen seiner Möglichkeiten :)

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  12. Zu diesem Thema habe ich neulich auch eine Post veröffentlicht.

    http://dieumsteiger.blogspot.de/2012/03/ich-denk-du-bist-veganer.html

    Gerade das Korinthen-Kacken nervt,.. finde ich zumindest.

    Viele Grüße
    Peter

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    1. Ja tuts, definitiv. Ich versuche trotzdem irgendwie entspannter damit umzugehen und hoffe meistens heimlich, dass mein Gegenüber von selbst draufkommt, dass die Taktik nicht die brillianteste ist und das Vorgehen auch irgendwie unverschämt. :)

      Ich hab einfach meistens keine rechte Lust zu streiten. Danke dir übrigens für deinen Kommentar und den Link, ich hab deinen Text sehr gern gelesen. :)

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  13. Hallöchen!

    Ich finde den Artikel auch sehr gut geschrieben. Könnte man ausdrucken und dem ein oder anderen mal geben.

    Grüßchen :)

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    1. Hey!

      Vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar! Ich freue mich ja immer, wenn das was ich schreibe gerne gelesen wird.

      :)

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  14. Hui. Das war mal Klartext.
    Echt guter Beitrag. Respekt!

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    1. Vielen lieben Dank dir, liebe Hasenfuß :)

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  15. Hallo Cara, das ist ein so genialer Post, vielen Dank dafür. Du sprichst sicherlich nicht nur mir aus der Seele.
    Ich bin so fasziniert von dem Beitrag, dass ich ihn gerne auf meinem Blog verlinken würde - wäre das ok für dich?

    Liebe Grüße

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    1. Klar darfst du, vielen lieben Dank für deine netten Worte :)

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  16. Vielen Dank für den tollen Beitrag!

    Die Gesellschaft ist so "verblendet". Im Prinzip wissen alle was wie es den Tieren ergeht und was in Schlachthäusern so ungefähr abgeht, aber sobald man dann mal was sagt, will man gleich wieder missionieren und sagt ja, dass Fleischesser böse sind und sich für was besseres hält.
    Man muss es nicht verstehen. Man will auf etwas aufmerksam machen und bekommt eins aufs Maul. Der Mensch ist ja besser als das Tier und steht an der Nahrungskette an erster Stelle etc. bla bla.
    Man weiß ja was los ist wenn es zo Homophobie kommt und wie da alle an die Decke gehen...wieso geht bleiben viele so ruhig bzw. schauen weg und wollen nichts davon wissen, wenn es um leidende Tiere geht. Ich versteh es einfach nicht.
    Aber "Die Tiere sind ja zum essen da..." :(
    Und nein, nur weil ich mich für einen tierfreien Konsum (hier auch: so weit es mir eben Möglich ist mit der finanziellen Lage...) entschieden habe, bin ich kein besserer Mensch, aber das wird einem immer wieder vorgeworfen... Ich war doch selbst viel zu lange blind!

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    1. Liebe Fhina,

      ja, das beobachte ich auch in meinem Freundeskreis. Vor allem bei denjenigen, die ansonsten unfassbar reflektiert mit verschiedenen Themen umgehen, irritiert es mich, wenn sie sich dann bei dem Thema auf einer kleinkindlichen Trotzposition ausruhen und argumentativ am untersten Ende des Niveaus ansetzen.
      Achja, das ist leider ein endloses Thema :(

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  17. Toller Text, danke schön. Ich bin selbst so eine Art "Kryptovegetarier", in der Hinsicht, dass ich zwar vegetarisch lebe, das aber ungern zugebe. ("Zugebe", als wär's etwas schlimmes..) Ich habe einfach keine Lust auf die ständigen Streiterein und Vorwürfe, und schweige statt dessen - was, und ich bin mir da sehr sicher, auch der falsche Weg ist. Texte wie deiner sind da mal wieder eine Erinnerung daran, vielleicht einmal öfter den Mund aufzumachen.

    Und jetzt lese ich mich mal durch deinen tollen Blog, den habe ich nämlich gerade erst entdeckt. Schöööön!

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    1. :) Vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar!

      Ich glaube wir machen alle ganz ähnliche Erfahrungen, ich habe auch nicht permanent Lust mich permanent rechtfertigen zu müssen. Je länger man "dabei" ist desto ermüdender wird es zudem immer und immer wieder austauschbare Gespräche führen zu müssen.

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  18. Wow, was für ein großartiger Text. Vielen Dank dafür! Ich habe mir erlaubt, den auf Facebook zu verteilen, weil ich finde, dass ihn viele Menschen lesen sollten.

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  19. Hey,

    erstens mal gefaellt mir der Text, danke also dafuer.

    Zweitens: Du erwaehnst ja, dass du fair kaufst [was ich natuerlich gut und erstrebenswert finde]. Dazu haette ich mal ne Frage: Sofern du ueberhaupt Schokolade konsumierst, kaufst du dann nur Tafelschokolade? Denn in anderer Form [z.B. in Fruehstuecksflocken, Keksen, Aufstrichen oder andere Suessigkeiten] finde ich es unglaublich schwierig, etwas fair gehandeltes zu bekommen... daher frage ich mich, ob es sowas ueberhaupt gibt bzw. ob da vielleicht jemand mehr weiss als ich.

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  20. Liebe Cara,
    vielen Dank für Deinen Aufwand, die Kraft und Deine Intelligenz, die Du hier anderen einfach so zur Verfügung stellst - die Worte für all das zu finden, meinen höchsten Respekt dafür! Wie sehr mich Deine Worte erreicht und bestärkt haben, kann ich Dir gar nicht vermitteln. Wäre ich nur früher auf Deinen Blog gestoßen.
    Ich werde auch weiterhin auf diesem Wege weitermachen - nach 25 Jahren Vegetariertum (nicht vegan, das schaffe ich - noch - nicht) bin ich gerade dabei, das Badezimmer meiner Familie abzuchecken (unter anderem bzgl. Palmöl, aber auch bzgl. Überflüssigem) - tja, wie wenig man da wirklich braucht... Aber das ist eben wahrer Luxus. Reduce to the Maximum, mal anders gedacht.
    Ganz liebe Grüße und weiterhin viel Kraft,
    Méa :))

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